Schachweltmeister
Entdecke die Menschen und Spielstile hinter den großen Titeln.
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Von den frühen Vorläufern in Indien bis zum digitalen Schachbrett. Eine Geschichte von Begegnungen, neuen Regeln und der Freude am Weiterdenken.
Schach entstand nicht an einem einzigen, sicher belegten Tag. Über Jahrhunderte veränderten Menschen seine Figuren und Regeln. Sechs Stationen zeigen, wie daraus unser heutiges Spiel wurde.
Als wichtiger Vorläufer gilt das indische Chaturanga, meist in das 6. oder 7. Jahrhundert datiert. Sein Name verweist auf vier Teile einer Armee: Fußsoldaten, Reiter, Elefanten und Streitwagen.
Verschiedene Figuren hatten unterschiedliche Aufgaben. Der Gedanke, den König zu schützen, verbindet die frühen Spielformen mit dem heutigen Schach.
Von Indien gelangte das Spiel nach Persien. In der arabischen Welt verbreitete es sich als Schatrandsch. Über verschiedene Wege, unter anderem die Iberische Halbinsel und Sizilien, erreichte es Europa.
Mit den Kulturen wandelten sich auch Namen und Formen der Figuren. Das Spiel wurde weitergegeben, angepasst und neu interpretiert.
Im späten 15. Jahrhundert erhielten Dame und Läufer ihre große Reichweite. Besonders in Spanien und Italien verbreitete sich das schnellere Spiel. Weitere Regeln wurden später vereinheitlicht.
Die neue Beweglichkeit eröffnete direkte Angriffe und veränderte die Eröffnung. Wie groß dieser Unterschied ist, zeigt das Brett unten.
Der Ferz, ein Vorgänger der Dame im Schatrandsch, zog nur ein Feld diagonal. Die heutige Dame verbindet die Zugrichtungen von Turm und Läufer.
Vergleich auf einem leeren Brett, ohne andere Figuren und ohne Schachgebote. Die Raute steht symbolisch für den Ferz.
London 1851 gilt als erstes großes internationales Schachturnier. 1886 gewann Wilhelm Steinitz den Wettkampf gegen Johannes Zukertort und wurde der erste allgemein anerkannte Schachweltmeister.
Organisierte Wettbewerbe und die Veröffentlichung von Partien brachten Ideen über Ländergrenzen hinweg zusammen.

Weltmeister wie Lasker, Capablanca und Botwinnik prägten die Schachtheorie. Die intensive Förderung in der Sowjetunion brachte zahlreiche Spitzenspieler hervor. Während des Kalten Krieges wurden große Titelkämpfe auch zu politischen Symbolen.
Gleichzeitig lebte Schach in Vereinen, Schulen und Freundeskreisen. Dort wurde aus der Begeisterung für die großen Meister die eigene nächste Partie.

1997 besiegte IBMs Deep Blue den amtierenden Weltmeister Garri Kasparow in einem Wettkampf unter regulären Turnierbedingungen. Der Erfolg wurde zu einem Meilenstein der Computergeschichte.
Später zeigte AlphaZero, wie ein System durch Spiele gegen sich selbst eine enorme Spielstärke entwickeln kann. Programme wie Stockfish und Onlineplattformen haben Analyse, Training und das gemeinsame Spielen verändert.
Mehr über Schach onlineRedaktioneller Stand: 12. September 2026. Frühe Datierungen sind Näherungen. Die Entwicklung verlief über mehrere Regionen und viele Generationen. Das Vergleichsbrett zeigt ausschließlich die Zugreichweite von Ferz und Dame auf einem leeren Brett.
Die Fotos sind Illustrationen des heutigen Schachspiels, keine historischen Aufnahmen der frühen Epochen. Das Steinitz-Porträt stammt aus der vorhandenen Weltmeisterseite des Vereins.